Alle paar Wochen eine neue Schlagzeile bei SpiegelOnline: Die SPD nur noch bei X%. Diese dramatischen Umfragewerte kommen jedes Mal von Forsa. Momentan (12.8.09) gibt es zwischen CDU und SPD laut Forsa-"Umfrage" eine Diskrepanz von 17 Prozentpunkten. In den anderen Umfrageinstituten liegen die beiden Parteien momentan durchschnittlich 12,7 Prozentpunkte auseinander.
Merkwürdig!
Vielleicht gar nicht soooo merkwürdig, wenn man den Chef von Forsa, Manfred Güllner, kennt. Hier ein paar Äußerungen:
- "Die SPD ist auf dem Weg zur Sekte"
- "Der SPD fehlt ökonomische Kompetenz"
- SPD sollte an Fortbestand der großen Koalition mitarbeiten
- "Beck muss weg"
Herr Güllner ist offenbar ein großer Verfechter des Neoliberalismus und versucht die SPD durch selbstproduzierte schlechte Umfragewerte auf seinen Kurs zu bringen.
Möglich Begründung laut Wikipedia: "Bereits 2007 und mehr noch im ersten Quartal 2008 ermittelte Forsa Umfragewerte für die SPD, die durchschnittlich um ca. 5 Prozentpunkte unter den Zahlen der anderen Meinungsforschungsinstitute lagen. Daher erheben sich in jüngerer Zeit Vorwürfe gegen Forsa, nach dem Ausscheiden von Bundeskanzler Gerhard Schröder, der als Freund des Institutsleiters Manfred Güllner gilt, gegen die SPD und eine festgestellte Abkehr vom „Reformkurs“ zu demoskopieren."
Der neoliberale Kurs von Güllners Forsa wurde auch in dem von der Süddeutschen Zeitung aufgedeckten Umfrageskandal deutlich. Es hieß in den Ergebnissen zur einer "Umfrage" zu Studiengebühren: "Die Mehrheit der Studierenden (59%) und die Mehrheit der Bevölkerung (67%) äußern im November 2003, dass sie Studiengebühren befürworten würden, wenn diese den Hochschulen direkt zugute kommen und durch Darlehen finanziert werden können."
Später musste eingeräumt werden, dass die Befragten sich tatsächlich nur zwischen verschiedenen Modellen von Studiengebühren, nicht aber gänzlich dagegen entscheiden konnten.
Weitere manipulierte Umfragen zur Bahnprivatisierung, dem Lokführerstreik und einer privaten Pflegeversicherung (im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) wurden aufgedeckt.
Dass Journalisten, die ja eigentlich der Wahrheit verpflichtet sein sollten, Forsa-Umfrageergebnisse als Stoff für Nachrichten und Meldungen benutzen, ist ein Skandal. Auch dass bei wahlrecht.de kein Hinweis auf diese offensichtlichen Manipulationen bei Forsa zu finden ist, spricht nicht gerade für die politische Neutralität der Seite.
Mein Vorschlag: Forsa sollte von nun an nicht als Umfrageinstitut, sondern als Propagandainstrument der INSM angesehen werden und entsprechend in den Medien geflissentlich ignoriert werden.
Was Güllner macht, ist ja zu einem Teil seine Sache. Viel schlimmer finde ich, dass SpOn das immer so vorurteilsfrei übernimmt. Wollen wir nicht auch mal so ein Umfrageinstitut aufmachen? Scheint ja Spaß zu machen.
AntwortenLöschenÄh, ich meinte wohl eher nicht vorurteilsfrei sondern kritiklos :)
AntwortenLöschen